top of page
IMG_4945.JPG

Sonstige Schädlinge

Abgesehen von unseren drei Haupt-Baumarten sind noch weitere Baumarten in unserer Region vertreten. Jede Baumart bringt allerdings irgendwelche Schädlinge mit sich - auf die wichtigsten möchten wir hier eingehen.

Weymouthskiefernblasenrost (Cronartium ribicola)

Der Weymouthskiefernblasenrost ist ein Schlauchpilz, der vor allem die Weymouthskiefer (Pinus strobus) befällt. Im Lamer Winkel tritt er überall dort auf, wo Weymouthskiefern in Einzelmischung oder kleinen Gruppen stehen. Der Pilz benötigt Johannisbeer‑ und Stachelbeerarten (Ribes) als Zwischenwirt.

 

Befallsmerkmale:

  • Gelbliche bis orangefarbene Blasen und Sporenlager an jungen Trieben

  • Harzfluss und Rindennekrosen

  • Absterben von Zweigen und später ganzen Kronenteilen

  • Krüppelwuchs und deutliche Vitalitätsverluste

  • Häufig zuerst an jungen Trieben und Astansätzen sichtbar

 

Entwicklung:

  • Der Pilz benötigt

  • Infektion der Kiefer erfolgt meist im über Sporen von Ribes‑Blättern

  • Entwicklung der typischen Blasen und Sporenlager im

  • Feuchte Frühjahre und Standorte mit vielen Ribes‑Sträuchern begünstigen die Ausbreitung

  • Der Pilz kann sich über mehrere Jahre im Baum ausbreiten und die Krone zunehmend schädigen

 

Maßnahmen:

  • Entfernung von Ribes‑Sträuchern im unmittelbaren Bestand

  • Keine Neupflanzung von Weymouthskiefer in gefährdeten Lagen

  • Befallene Triebe frühzeitig entfernen

  • Stark geschädigte Bäume entnehmen

  • Langfristig Mischwald fördern und auf standortgerechte Baumartenwahl achten

Kiefernborkenkäfer (verschiedene Arten)

Kiefernborkenkäfer treten in vielen Regionen regelmäßig auf und können besonders in geschwächten oder gestressten Kiefernbeständen erhebliche Schäden verursachen. Mehrere Arten spielen eine Rolle, die sich in Befallsbild, Entwicklung und Bedeutung unterscheiden.

 

Befallsmerkmale:

  • Feines Bohrmehl an Stamm und Astansätzen

  • Einbohrlöcher und typische Längs‑ oder Quergänge unter der Rinde

  • Absterben von Trieben (v. a. bei Waldgärtner-Arten)

  • Kronenverlichtung, rotbraune Nadeln („Rotfärbung“)

  • Befall oft zuerst an Randlagen, Einzelbäumen oder Sturmholz

  • Begünstigende Faktoren: Trockenheit und Hitze, Sturm- und Schneebruch, Auflichtung und Bestandesränder, liegengebliebenes Brutmaterial

 

Wichtige Arten und Entwicklung:

  • Großer Waldgärtner (Tomicus piniperda) Befällt v.a. Stamm und strkere ste; verursacht Triebsterben durch Fraß an jungen Trieben im Frühjahr

  • Kleiner Waldgärtner (Tomicus minor) Ähnlich wie der Große Waldgärtner, jedoch oft später aktiv und bevorzugt dünnere Äste

  • Zwölfzähniger Kiefernborkenkäfer (Ips sexdentatus) Bedeutender Sekundärschädling; nutzt geschwächte oder frisch abgestorbene Kiefern und kann sich bei Massenvermehrung stark ausbreiten

  • Sechszähniger Kiefernborkenkäfer (Ips acuminatus) Befällt dünnere Stammabschnitte und Kronenbereiche; oft in Kombination mit Trockenstress

  • Zweizähniger Kiefernborkenkäfer (Pityogenes bidentatus) Kleinerer Borkenkäfer, der bevorzugt Äste und dünne Stammteile nutzt; häufig in geschwächten Beständen

 

Maßnahmen:

  • Sturmholz und geschwächte Kiefern zügig aufarbeiten und abfahren

  • Kronen‑ und Restholz nicht liegen lassen

  • Polter regelmäßig kontrollieren, besonders im Frühjahr

  • Bestandespflege zur Stabilisierung und Reduktion von Stress

  • Mischwald fördern, um langfristige Risiken zu senken

  • Befallsherde rasch sanieren, befallene Stämme entnehmen

Verticillium‑Welke am Ahorn (Verticillium dahliae)

Die Verticillium‑Welke ist eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die besonders Bergahorn befällt. Der Pilz dringt über die Wurzeln in den Baum ein, besiedelt die Leitungsbahnen und führt zu Wasserleitstörungen, die sich als Welke‑ und Absterbeerscheinungen zeigen. Trockenstress begünstigt den Ausbruch der Krankheit deutlich.

 

Befallsmerkmale:

  • Plötzliche Welke einzelner Triebe oder Kronenteile

  • Helle Blattfarbe, Kleinblättrigkeit, trockene Blätter

  • Rindenrisse und Stammnekrosen, oft im unteren Stammbereich

  • Bräunliche bis olivgrüne Verfärbungen im Splintholz

  • Symptome treten häufig während Hitze‑ und Trockenperioden auf

 

Entwicklung:

  • Pilz gelangt über verletzte Feinwurzeln in den Baum

  • Verstopft die Wasserleitbahnen durch Thyllen → Welkeerscheinungen

  • Bildet Mikrosklerotien, die 10–15 Jahre im Boden überdauern können

  • Befallene Blätter und Blattstiele enthalten ebenfalls Mikrosklerotien → Rückverbreitung in den Boden

  • Stammrisse entstehen häufig in heißen, trockenen Sommern

  • Junge Bäume sterben eher ab; ältere können sich teilweise wieder erholen

 

Maßnahmen:

  • Standortpflege: Bodenverdichtung vermeiden, Wasserhaushalt verbessern

  • Regelmäßige Kontrolle während Hitzeperioden

  • Befallene Kronenteile entfernen, Werkzeuge desinfizieren

  • Stark geschädigte Bäume entnehmen, um Folgeschäden zu vermeiden

  • Mischbestände fördern, um Stress und Krankheitsdruck zu reduzieren

  • Keine Neupflanzung von Ahorn auf bekannt verseuchten Standorten

Rußrindenkrankheit am Ahorn (Cryptostroma corticale)

Die Rußrindenkrankheit ist eine wärme- und trockenheitsbegünstigte Pilzkrankheit, die vor allem Bergahorn betrifft. Der Pilz wächst im Holz und bildet unter der Rinde große Mengen schwarzer Sporen, die beim Aufreißen der Rinde freigesetzt werden. Neben erheblichen Baumschäden besteht auch eine Gesundheitsgefahr für Menschen.

 

Befallsmerkmale:

  • Dunkle, rußartige Sporenbeläge unter abplatzender Rinde

  • Rindenrisse, eingesunkene Nekrosen, großflächige Stammverletzungen

  • Absterben ganzer Kronenteile

  • Häufig nach Trockenstress, Hitzeperioden oder Sonnenbrand

 

Entwicklung:

  • Pilz dringt über die Rinde ein und breitet sich im aus

  • Starke begünstigen die Krankheitsentwicklung

  • Symptome treten oft auf – ein bis zwei Jahre nach Stressereignissen

  • Unter der Rinde entstehen , die beim Aufreißen sichtbar werden

  • Der Pilz kann den Baum innerhalb weniger Jahre

 

Maßnahmen:

  • Geschädigte Bäume frühzeitig entnehmen

  • Sonneneinstrahlung auf Einzelstämme reduzieren (z. B. durch Bestandespflege)

  • Mischbestände fördern

  • Vorsicht bei der Aufarbeitung: Sporen können Atemwege reizen

  • Befallene Stammstücke nicht lagern, sondern zügig abfahren

Eschentriebsterben (Hymenoscyphus fraxineus)

Das Eschentriebsterben ist eine der schwerwiegendsten Krankheiten an der Bergesche und tritt auch im Lamer Winkel auf. Der aus Asien stammende Pilz (falsches weißes Stengelbecherchen) führt zu einem fortschreitenden Absterben von Trieben, Kronenteilen und ganzen Bäumen.

 

Befallsmerkmale

  • Welke und Absterben junger Triebe

  • Braune, eingesunkene Rindenflecken an Zweigen und Ästen

  • Absterben ganzer Kronenbereiche

  • Stammfußnekrosen bei fortgeschrittenem Befall

  • Häufig zuerst an Jungbäumen und Randlagen sichtbar

 

Entwicklung:

  • Infizierung der Blätter im Sommer, weitere Ausbreitung in Triebe und Stamm

  • Symptome zeigen sich zeitverzögert

  • Ausbreitung wird begünstigt durch feuchte Sommer und geschwächte Bäume

  • Mehrjährige Entwicklung bis hin zum absterben der Bäume

 

Maßnahmen

  • Stark geschädigte Bäume frühzeitig entnehmen

  • Mischwald fördern, um Bestandesrisiken zu reduzieren

  • Bei vitalen Einzelbäumen: regelmäßige Kontrolle, da manche Individuen Toleranz zeigen

  • Befallenes Material nicht im Bestand lagern

Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

Der Eichenprozessionsspinner ist ein wärmeliebender Schmetterling, dessen Raupen durch ihre giftigen Brennhaare sowohl für Menschen als auch für Tiere gesundheitlich gefährlich sind. In Eichenbeständen kann er zudem zu Kronenschäden und Vitalitätsverlust führen.

 

Befallsmerkmale:

  • an Eichenblättern, besonders im Frühjahr und Frühsommer

  • am Stamm oder in Astgabeln (typisch: weiß‑graue, gespinstartige Nester)

  • Prozessionsartige Wanderungen der Raupen in langen Reihen

  • Gesundheitsgefahr durch → Hautreizungen, Atembeschwerden, Augenentzündungen

  • Häufig in oder an

 

Entwicklung:

  • Eiablage im an dünnen Eichenästen

  • Schlupf der Raupen im (April)

  • Ab dem bilden sich die gefährlichen Brennhaare

  • Verpuppung im Nest, Falterflug im

  • Befall wird durch , und begünstigt

 

Maßnahmen:

  • Nester kennzeichnen und meiden – Gesundheitsgefahr!

  • In öffentlichen Bereichen: Absperrungen, Warnhinweise, ggf. fachgerechte Entfernung der Nester

  • Im Wald: Raupen und Nester nicht berühren; Arbeiten nur mit Schutzkleidung

  • Stabile, gemischte und weniger aufgelichtete Eichenbestände reduzieren Befallsrisiken

  • Raupenaktivität und Nestbildung frühzeitig erkennen (ab April)

  • Bei starkem Kahlfraß: Vitalität der Eichen beobachten, Folgeschäden kontrollieren

Rußige Douglasienschütte (Phaeocryptopus gaeumannii)

Die Rußige Douglasienschütte ist eine Nadelpilzkrankheit, die besonders in feuchten, schattigen Lagen auftritt. Sie führt zu Nadelvergilbung, Nadelverlust und langfristig zu einer Schwächung der Douglasie, vor allem in Jungbeständen.

 

Befallsmerkmale:

  • Schwarze, punktförmige Sporenlager („rußig“) auf den Nadeln

  • Gelbgrüne Verfärbung der Nadeln

  • Vorzeitiger Nadelverlust, schütterer Kronenbereich

  • Symptome oft zuerst an den unteren Kronenpartien

  • Bei starkem Befall: deutliche Zuwachsreduktion

 

Entwicklung:

  • Infektion erfolgt im Frühjahr über Sporen

  • Sichtbare Symptome meist im Sommer und Herbst

  • Feuchte Frühjahre, hohe Luftfeuchte und dichte Bestände fördern die Ausbreitung

  • Der Pilz besiedelt die Nadeln über mehrere Monate und führt zu deren Abwurf

  • Besonders gefährdet: Jungpflanzen und schattige Bestandesbereiche

 

Maßnahmen:

  • Bestandesdurchlüftung verbessern (Durchforstung, Lichtstellung)

  • Keine Pflanzung in staunassen oder extrem schattigen Lagen

  • Regelmäßige Kontrolle von Jungbeständen

  • Stark geschwächte Pflanzen frühzeitig entnehmen

  • Mischwald fördern, um Krankheitsdruck zu reduzieren

Phytophthora (Phytophthora spp.)

Phytophthora‑Arten sind bodenbürtige, wasserliebende Erreger, die Wurzeln und Stammfußbereiche befallen. Sie verursachen Wurzelhalsfäulen, Vitalitätsverlust und können zum Absterben von Buchen und Erlen führen. Besonders gefährdet sind Standorte mit Staunässe, Wechselfeuchte oder gestörtem Wasserhaushalt.

 

Befallsmerkmale:

  • Welkeerscheinungen, schütterer Kronenbereich

  • Kleinblättrigkeit, frühzeitiger Blattfall

  • Rindennekrosen am Stammfuß, oft mit Schleimfluss

  • Wurzelhalsfäule und bräunlich verfärbtes Kambium

  • Bei Erle: häufig schwarzbrauner Schleimfluss („Teerfluss“)

  • Absterben einzelner Kronenteile bis hin zum Totalausfall

 

Entwicklung:

  • Infektion über Wurzeln oder Stammfuß bei nassen Böden

  • Erreger breiten sich im Wurzel‑ und Kambialbereich aus

  • Staunässe, Überflutungen, Bäche und Bodenverdichtung fördern die Krankheit

  • Symptome treten oft zeitverzögert nach Stressereignissen auf

  • Mehrere Phytophthora‑Arten können beteiligt sein (u. a. P. plurivora, P. alni)

  • Besonders gefährdet: Jungbäume und Bäume in Auen‑ und Nassbereichen

 

Maßnahmen:

  • Wasserhaushalt verbessern: Drainage, Entlastung von Staunässe

  • Bodenverdichtung vermeiden (Rückegassen, Maschinenverkehr)

  • Befallene Bäume entnehmen, besonders bei starken Nekrosen

  • Mischbestände fördern, um Stress zu reduzieren

  • Keine Neupflanzung empfindlicher Arten auf bekannt gefährdeten Standorten

  • In Auenbereichen: auf standortgerechte Baumarten achten

Frosttrocknis

Die Frosttrocknis ist ein winterlicher Stressfaktor, der vor allem immergrüne Baumarten betrifft. Wenn der Boden gefroren ist und die Wurzeln kein Wasser aufnehmen können, verdunsten die Nadeln weiterhin Wasser – der Baum trocknet aus. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen, Südhanglagen und windoffene Bereiche.

 

Befallsmerkmale:

  • Braunfärbung der Nadeln oder Blätter, oft zuerst an der Sonnenseite

  • Vertrocknete Triebe, besonders im oberen Kronenbereich

  • Nadel- oder Blattfall im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr

  • Häufig nach klaren, sonnigen Frosttagen mit starkem Wind

 

Entwicklung:

  • Boden gefriert → Wasseraufnahme blockiert

  • Sonne und Wind erhöhen die Verdunstung

  • Pflanze verliert mehr Wasser, als sie aufnehmen kann → Gewebeschäden

  • Schäden zeigen sich oft erst Wochen später, wenn der Boden wieder auftaut

 

Maßnahmen:

  • Windschutz für Jungpflanzen (z. B. durch Begleitwuchs)

  • Keine Pflanzung in extrem exponierten Winterlagen

  • Schneeschutz nutzen, wo möglich

  • In der Kulturpflege: Bodenfeuchte stabil halten, Konkurrenzbewuchs regulieren

  • Standortgerechte Baumartenwahl beachten

Spätfrost

Spätfrostschäden entstehen durch Frostereignisse im Frühjahr, wenn bereits frische Triebe, Blätter oder Blüten vorhanden sind. Besonders betroffen sind Rotbuche, Ahorn, Esche, Eiche sowie viele Nadelbaum‑Jungpflanzen.

 

Befallsmerkmale:

  • Schwarzbraune, „verbrannte“ junge Blätter

  • Abgeknickte oder welkende frische Triebe

  • Verzögerter Austrieb oder erneuter Austrieb aus schlafenden Knospen

  • Bei Nadelbäumen: verbräunte junge Nadeln und Triebspitzen

 

Entwicklung:

  • Warme Frühjahrsphasen → früher Austrieb

  • Nachfolgende Frostnächte → Gewebeschäden an frischen Trieben

  • Schäden treten oft punktuell auf (Muldenlagen, Kaltluftseen)

  • Bäume regenerieren sich meist, verlieren aber Zuwachs und werden anfälliger für Sekundärschädlinge

 

Maßnahmen:

  • Standortgerechte Baumartenwahl (spät austreibende Arten bevorzugen)

  • Strukturreiche Bestände fördern → weniger Kaltluftabfluss

  • In der Verjüngung: Schutz durch Begleitwuchs

  • Regelmäßige Kontrolle nach Frostnächten

  • Bei starken Schäden: Jungpflanzen nachsetzen

bottom of page